
Die Wette „Beide Teams treffen“ (BTTS) gehört zu den beliebtesten Marktwetten im Fußball. Hier prognostizierst du, ob beide Mannschaften während der regulären Spielzeit von 90 Minuten plus Nachspielzeit mindestens ein Tor erzielen. Die Buchmacher bieten zwei Optionen an: „Ja“ (beide treffen) oder „Nein“ (mindestens eine Mannschaft bleibt ohne Torerfolg). Tore in der Verlängerung oder beim Elfmeterschießen zählen nicht.
Die typischen Quoten für BTTS-Wetten liegen im Fußball zwischen 1,70 und 2,50, wobei dieser Bereich durch die Qualität der beteiligten Teams beeinflusst wird. Im Eishockey sinken die Quoten dagegen selten unter 1,20, da dort Tore häufiger fallen. Die Attraktivität dieser Wettart besteht darin, dass das Spielergebnis völlig irrelevant ist – ein 1:1-Unentschieden erfüllt die BTTS-Bedingung genauso wie ein 5:2-Sieg einer Mannschaft.
Was macht die BTTS-Wettstrategie effektiv
Erfolgreiche Tipper konzentrieren sich auf Ligen mit nachweislich hoher BTTS-Wahrscheinlichkeit. Die Bundesliga verzeichnet in etwa 60 Prozent aller Spiele beide Treffer, die niederländische Eredivisie kommt auf 58 Prozent, während die englische Premier League mit 53 Prozent immer noch überdurchschnittlich ist. Diese statistischen Unterschiede entstehen durch das Spielverständnis und die Taktiken, die in den jeweiligen Ländern vorherrschen.
Duelle zwischen Favoriten und Außenseitern sind problematisch für BTTS-Wetten. Ein dominantes Team unter Druck verdammt den Außenseiter oft zur defensiven Spielweise, was Torchancen für beide Seiten reduziert. Derby-Spiele funktionieren ähnlich problematisch – die emotionale und taktische Komponente führt häufig zu verkrampftem Fußball mit wenigen Torerfolgen. Defensiv ausgerichtete Teams, insbesondere solche mit Abwehrspezialisten ohne offensives Potenzial, solltest du meiden.
Die Quote selbst gibt dir wichtige Informationen. Wetten mit Quoten unter 1,90 signalisieren, dass die Buchmacher BTTS als sehr wahrscheinlich einstufen – dein Gewinnpotenzial ist gering. Achte parallel auf Verletzte in der Offensive. Ein fehlendes Stürmer-Duo bei ansonsten ausgeglichenen Teams senkt die Tor-Wahrscheinlichkeit erheblich.
Die Arbitrage-Methode: Risikominderung durch zwei Wetten
Eine fortgeschrittene Strategie nutzt Kursbewegungen während des Spielverlaufs. Vor Spielstart wettst du auf „Nein“ (BTTS) mit einer Quote von über 2,0. In den ersten 10 bis 20 Minuten beobachtest du die Live-Quoten. Sobald eine Quote für „Ja“ (BTTS) auf 2,2 bis 2,5 steigt, platzierst du eine gleich hohe Gegenwette. Funktioniert diese Taktik perfekt, gibt es kein Risiko – du gewinnst mit beiden Positionen unabhängig vom Ausgang.
Das Risiko liegt in frühen Toren. Fallen bereits in den ersten Minuten Treffer, steigt die Quote für „Ja“ möglicherweise nicht auf dein Zielniveau oder bleibt deutlich darunter. In diesem Fall kannst du durch eine zusätzliche Wette auf das Tor des bislang torlos gebliebenen Teams absichern. Professionelle Tipper nutzen solche Szenarien, um den Break-Even-Punkt zu erreichen oder sogar Gewinne zu sichern, auch wenn eine der ursprünglichen Wetten verliert.
Kombinationswetten mit BTTS
Viele Wettanbieter ermöglichen es dir, BTTS mit anderen Markttypen zu kombinieren. Eine beliebte Variante ist BTTS kombiniert mit „Tore über 2,5“. Diese Wette verlangt, dass beide Teams mindestens ein Tor erzielen und insgesamt mehr als zweieinhalb Tore fallen. Die Quote ist höher als für BTTS allein, da die Bedingung strenger ist – du brauchst also nicht nur Tore von beiden Seiten, sondern auch ein relativ torreiches Spiel.
Eine andere Kombination ist BTTS plus ein bestimmter Spielausgang. Du wettst etwa auf „Sieg Heim plus BTTS“ – das heißt, die Heimmannschaft gewinnt und beide Teams treffen. Solche Kompositionen führen zu deutlich höheren Quoten, setzten aber voraus, dass du zusätzliche Sicherheit über das Ergebnis hast.
Die halbzeitbezogene Variante fragt, ob beide Teams in jeder Halbzeit treffen. Das ist restriktiver und mit niedrigeren Quoten verbunden, aber für Teams mit konstanter Offensive interessant.
Wetten auf Unentschieden – Grundkonzept und statistische Realität
Unentschieden im Fußball treten je nach Liga in 28 bis 30 Prozent aller Spiele auf. Diese scheinbar hohe Quote verfälscht allerdings, wenn man konkrete Tipps treffen möchte. Wetten auf Remis benötigen Quoten von mindestens etwa 3,5, um langfristig profitabel zu sein. Die meisten Buchmacher bieten Remisquoten zwischen 3,0 und 4,5 an, abhängig von der erwarteten Ausgeglichenheit der Teams.
Häufig wird angenommen, dass Teams mit vielen Remis in ihrer Bilanz automatisch wieder Unentschieden produzieren. Tests zeigen jedoch das Gegenteil: Wenn zwei Teams mit hoher Remis-Quote aufeinandertreffen, endet nicht automatisch wieder ein Remis. Von neun Direktduellen zwischen zwei remisreichen Mannschaften endeten nur zwei mit Unentschieden – eine Quote von etwa 22 Prozent statt der erwarteten 28 bis 30 Prozent.
Strategien für erfolgreiches Unentschieden-Wetten
Die Liga-Auswahl ist entscheidend. Serie B, Segunda División und die russische FNL (Federalnaja Futbolnaja Liga) gelten als remisreiche Ligen. In solchen Ligen sind defensive Taktiken prävalenter und es entstehen häufiger Spiele, in denen beide Mannschaften mit einem Punkt zufrieden sind.
Das System „2 aus 5“ funktioniert so: Du wählst fünf Spiele aus, bei denen du ein Remis erwartest, und wettest darauf, dass mindestens zwei dieser Spiele tatsächlich unentschieden enden. Die Quote ist niedriger als bei fünf einzelnen Remis-Wetten, aber die Erfolgswahrscheinlichkeit steigt erheblich.
Die Kombination „Remis plus ungerade Tore“ addiert zwei Bedingungen: Das Spiel endet unentschieden und es fallen insgesamt eine ungerade Anzahl von Toren (1:0, 2:1, 0:1 usw.). Dies ist restriktiver, führt zu einer geringeren Quote, aber die Logik kann aufgehen, wenn du Teams identifizierst, die unter defensiven Bedingungen spielen.
Eine spezielle Form ist „0:0“, also das torlose Unentschieden. Die Quote liegt bei etwa 4,0 bis 7,0, je nach Teams und Liga. Dies funktioniert nur bei Duellen defensiver Teams oder bei Mannschaften, die taktisch auf Kompaktheit ausgerichtet sind. Große Ligaspiele zwischen Top-Teams enden selten 0:0, da der Druck und die offensive Qualität zu hoch sind.
Identifikation von Remis-Spielen durch Kontext
Achte auf Teams am Ende einer Saison, wenn die Positionen in der Tabelle bereits feststehen. Ein Club auf Platz 5 und einer auf Platz 15 könnten sich mit einem Punkt einig sein. Teams mit ähnlicher Qualität, bei denen kein psychologischer Vorteil besteht, remisieren häufiger als erwartet.
Schau auf Ausfallquoten und Rotationen. Ein Top-Team, das seine Stammkräfte in einem Ligaspiel gegen einen Außenseiter schont, spielt möglicherweise nicht mit voller Überzeugung und akzeptiert eher ein Unentschieden. Umgekehrt provoziert die Abwesenheit eines Stammspielers im gegnerischen Team weniger Chancen.
Defensive Systembauten erkennst du an den Torverhältnissen der Teams. Wenn eine Mannschaft im Schnitt 1,2 Tore pro Spiel erzielt und 1,1 Gegentore kassiert, ist sie ein klassischer Remis-Kandidat. Explosive Offensive (2,5+ Tore) oder schwache Abwehr (1,5+ Gegentore) führen eher zu klaren Ergebnissen.
Risiken und realistische Erwartungen
Beide Wettarten – BTTS und Remis – erfordern diszipliniertes Bankroll-Management. Eine Quote von 1,85 für BTTS bedeutet nicht, dass die Wette in 54 Prozent aller Fälle gewinnt (100 geteilt durch 1,85). Die Quote enthält die Buchmacher-Marge. Rechne mit mindestens 3 bis 5 Prozent Margin, je nach Wettanbieter. Eine realistische Gewinnwahrscheinlichkeit liegt also eher bei 50 Prozent.
Statistiken sind kein Garant. Ein Team kann eine Serie von BTTS-Spielen haben und danach plötzlich lange Phasen mit nur einem Tor durchleben. Saisonale Schwankungen, Trainer- oder Spielerwechsel verändern die Dynamik.
Verlustserien sind wahrscheinlich. Gehe davon aus, dass du in etwa 35 bis 40 Prozent aller Unentschieden-Wetten oder BTTS-Wetten verlierst, auch wenn du gut recherchiert hast. Größer dimensionierte Einsätze pro Wette führen schneller zum Bankrott als zu Reichtum.
Kombination beider Strategien
Eine effektive Methode ist, beide Ansätze parallel zu nutzen. Remis-Teams haben oft niedrige Torquoten – eine BTTS-Wette auf solche Paarungen ist riskant. Umgekehrt: offensivstarke Teams produzieren Tore, aber Remis werden seltener. Ein Team mit 1,8 Toren Schnitt und hohem Remis-Prozentsatz könnte unter defensiven Gegnern BTTS abweisen, aber selbst mit ähnlich defensiven Teams eher remisieren.
Nutze beide Wettarten als Filter: Wettbewerbe, in denen BTTS häufig vorkommt (Bundesliga, Eredivisie), sind nicht automatisch remisfreudlich. Ein 2:1-Sieg erfüllt BTTS, aber nicht Remis. Liga-Auswahl nach BTTS-Quote (Bundesliga 60 Prozent) und Remis-Quote (Serie B, FNL) hilft, die richtigen Spiele zu finden.
Strategien mit systematischem Ansatz erhöhen deine Chancen deutlich gegenüber Zufallswetten. Strukturierte Analysen, Fokus auf wenige Märkte mit besserer Information und striktes Risikomanagement sind notwendig, aber es gibt keine garantierten Gewinne im Wettbereich.




